Kann Grüner Tee Krebs vorbeugen?

Kann Grüner Tee Krebs vorbeugen?

Der weltweite Tee-Konsum kennt keine Grenzen. War vor einigen Jahrhunderten Tee meist in Asien zu finden, ist nun das asiatische Nationalgetränk weltweit verbreitet. Vor allem grüner Tee erfreut sich großer Beliebtheit.

Tee ist außerdem auch eines der ältesten Getränke der Welt. Davon macht schwarzer Tee etwa 75 Prozent des weltweiten Tee-Konsums aus. In den Vereinigten Staaten, Großbritannien (England) und in Europa ist schwarzer Tee die am häufigsten getrunkene Tee-Sorte. Grüner Tee ist in Japan und China die beliebteste Tee-Sorte. Weitere Sorten wie Oolong Tee und weißer Tee werden in wesentlich geringeren Mengen getrunken.

Tee wird aus den Blättern der Camellia Sinensis Pflanze hergestellt. Kurz nach der Ernte beginnen die Teeblätter zu verwelken und zu oxidieren. Bei der Oxidation werden Verbindungen in den Blättern durch Enzyme geteilt die zu einer Dunkelfärbung der Blätter und zur Reifung des allgemein bekannten Aromas führen. Diese Oxidation kann durch Erwärmung der Teeblätter gestoppt werden, da Wärme die Funktion der Enzyme blockiert. Der Oxidationsgrad und die weitere Verarbeitung bestimmen die Art des Tees. Werden verwelkte Teeblätter zerschlagen, gerollt und einer vollständigen Oxidation unterzogen, so entsteht zum Beispiel schwarzer Tee.

Im Gegensatz zu schwarzer Tee wird grüner Tee aus nicht verwelkten und nicht oxidierten Teeblättern Camellia Sinensis Pflanze hergestellt. Oolong Tee wird aus verwelkten, zerschlagenen und nur teilweise oxidierten Blättern hergestellt. Oolong Tee ist eine Tee-Sorte die zwischen grüner und schwarzer Tee liegt. Weißer Tee wird aus jungen Blättern oder ausgewachsenen Knospen produziert die einer minimalen Oxidation unterzogen wurden. Auch wird während dem Herstellungsverfahren trockene Hitze (Luft) oder Dampf verwendet um den Oxidationsprozess zu stoppen. Im Anschluss darauf werden die Blätter getrocknet um sie zum Verkauf vorzubereiten.

Inhaltsstoffe grüner Tee

Grüner Tee besteht aus Polyphenolen, Alkaloide (Koffein, Theophyllin und Theobromin), Aminosäuren, Kohlenhydrate, Proteine, Chlorophyll, flüchtige organische Verbindungen, Mineralien und Spurenelemente. Die Polyphenole sind eine große Gruppe von pflanzlichen Verbindungen die sogenannte Catechine beinhalten, die, wie wir seit geraumer Zeit für die gesundheitlichen Vorteile von Tee vor allem grüner Tee verantwortlich sind. Das aktivste und häufigste Catechin in Grüntee ist Epigallocatechin 3 Gallat (EGCG). Die jeweilige Catechin Konzentrationen in einem Grüntee-Aufguss entnehmen Sie der direkt unterhalb angeführten Tabelle.

Catechine in Grüner TeeCatechin Konzentration
(mg / L)*
Catechin Konzentration
(mg / 237 ml)*
Epigallocatechin 3 gallate (EGCG)117–44225–106
Epigallocatechin (EGC)203–47149–113
Epicatechin 3 gallate (ECG)17–1504–36
Epicatechin (EC)25–816–19

*mg = Milligramm, L = Liter, ml = Milliliter

Im Vergleich zu grüner Tee enthält Schwarzer Tee eine geringere Konzentration Catechin. Durch die Oxidation von Schwarztee erhöht sich die Zusammensetzung der Theaflavine und Thearubigine (Polyphenol-Komplex). Oolong-Tee enthält eine Mischung aus einfachen Polyphenolen wie Catechine und diversen Polyphenol-Komplexen. Weißer und grüner Tee enthalten ähnliche Mengen an Epigallocatechin 3 Gallat (EGCG) aber unterschiedliche Mengen anderer Polyphenole.

Eistee und Fertiggetränke sind sehr beliebt, jedoch haben sie nicht denselben Polyphenolgehalt wie konventionell (mit heißem Wasser und Teeblätter) zubereitete Tees. Der Polyphenol-Gehalt einzelner Teegetränke hängt von der Tee-Sorte, der verwendeten Menge, der Ziehzeit und der Wasser-Temperatur ab. Die höchste Polyphenol-Konzentration wurde in heißem Aufguss-Tee gefunden. Bei Instant und Kaltgetränken ist die Konzentration geringer. Auch die verwendete Tee-Menge (Blätter, Knospen und Stängel) beeinflussen den Polyphenol-Gehalt. Eine geringere Menge grüner Tee führt zu einer geringeren Polyphenol-Konzentration im Tee. Außerdem reduziert auch die Entkoffeinierung des Tees den Catechin-Gehalt.

Nahrungsergänzungsmittel mit Grüntee-Extrakt sind ebenfalls weit verbreitet. In einer US-Studie wurden 19 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel die Grüntee enthielten auf Catechin und Koffeingehalt untersucht. Die Untersuchung ergab, dass die Angaben auf den Etiketten der Nahrungsergänzungsmittel unterschiedlich waren. Des Weiteren hatten auch die Analysewerte keine Übereinstimmung mit den angegebenen Werten.

Kann grüner Tee Krebs vorbeugen?

Neben etlichen biologischen Aktivitäten haben die vorherrschenden Polyphenole wie EGCG, EGC, EKG und EC sowohl auch die Theaflavine und Thearubigine im grünen Tee, antioxidative Eigenschaften. Diese Verbindungen, vor allem Epigallocatechin 3 Gallat (EGCG) und Epicatechin 3 gallate (ECG) sind sehr aktive Radikalfänger die unsere Zellen vor DNA-Schäden schützen. Durch die im Tee enthaltenen Polyphenole kommt es zur Hemmung der Tumorzellproliferation infolge von Apoptose. Weitere Studien zeigen, dass Catechine im Tee Angiogenese und Tumorzell-Invasivität hemmen. Grüner Tee kann aufgrund seines ausgeglichenen Polyphenol-Gehalts den Körper vor einer Schädigung durch ultraviolette UV-B Strahlen schützen und das Immunsystem stärken.

Darüber hinaus haben einige Studien gezeigt, dass grüner Tee die Entgiftung von Enzyme wie Glutathion-S-Transferase und Chinon-Reduktase aktiviert. Derartige Enzyme können das Wachstum von Tumorzellen gegebenenfalls blockieren. Obwohl viele der möglichen positiven Wirkungen von grüner Tee authentisch sind und sie vor allem der stark antioxidativen Eigenschaften zugeschrieben werden, konnte der genaue Mechanismus durch den grüner Tee eventuell Krebs verhindert, nicht begründet werden.

Studien, um mit Grüner Tee Krebs vorzubeugen

Tee wird ohne Zweifel seit eh und je als ein gesundheitsförderndes Lebensmittel angesehen. Viele Forscher glauben, dass grüner Tee eine positive Wirkung gegen Krebs hat. Die meisten Studien über Krebsprävention haben sich auf Grüntee konzentriert. Obwohl die Wirkung von Polyphenole im Grüntee und anderen Tee-Sorten bereit in Tierversuchen gegen Krebszellen an verschiedenen Bereichen wie der Haut, der Lunge, der Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Leber, Pankreas und Brustdrüse eine Wirkung hatten, blieben epidemiologische und klinische Studien am Menschen gegenstandslos.

Epidemiologische Studien Grüner Tee

Seit 2006 wurden mehr als 50 epidemiologischen Studien über die Assoziation (Verbindung) zwischen Teegenuss und dem Krebsrisiko durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studien hatten oft widersprüchliche Ergebnisse. Jedoch habe einige Studien den regelmäßigen Grüntee-Konsum mit der Reduzierung der Risiken von Krebserkrankungen des Dickdarms, der Brust, der Eierstöcke, Prostata und Lunge in Verbindung gebracht.

Die unterschiedlichen Ergebnisse können Aufgrund der verschiedenen Tee-Sorten, der vermutlich unterschiedlichen Tee-Zubereitung und Dosierung von schwarzer und grüner Tee entstanden sein. Auch das Herstellungsverfahren des Tees, die Bioverfügbarkeit der im Grüntee enthaltenen Antioxidantien und die genetischen Eigenschaften der Menschen können die Studien-Resultate beeinflusst haben. Dazu kommen noch weitere Faktoren wie Tabak-, Alkohol-Konsum und der allgemeine Gesundheitszustand der einzelnen Testpersonen.

Klinische Versuche

Mehrere klinische Studien haben die Rolle von Tee und Polyphenole im Tee zur Krebsprävention (Krebs-Vorbeugung) untersucht, aber nur wenige der vorher genannten Studien haben die Wirkung auf Krebsinzidenz (Krebshäufigkeit) und Mortalität (Sterblichkeit oder Sterberate) analysiert.

In zwei Studien wurde die Auswirkung von Tee-Extrakten auf prämaligne Läsionen (morphologische Gewebsveränderung) im Mundbereich evaluiert (untersucht und beurteilt). Eine der Studien war eine doppelblinde interventionell Studie mit 59 Personen mit Leukoplakie (weißes, nicht abwischbares Areal der Schleimhaut), die eine mutmaßliche Vorstufe Läsion für Mundkrebs darstellt. Den Teilnehmern der Studie wurden nach dem Zufallsprinzip entweder 3 Gramm eines gemischten Tees oral, lokal oder je ein Placebo verabreicht.

Nach 6 Monaten hatten 38 Prozent der Teilnehmer der Behandlungsgruppe eine partielle Regression (Rückgang) ihrer oralen Läsionen. Bei den Testpersonen denen ein Placebo verabreicht wurde, verzeichneten die Forscher einen Rückgang von nur 10 Prozent. Darüber hinaus verringerte sich die Zellproliferation der Schleimhaut der Behandlungsgruppe, was auf eine mögliche schützende Wirkung von Tee auf die Entwicklung von Mundkrebs hindeutet. Im Gegensatz dazu wurden in einer zweiten 12 wöchigen Studie an 39 Personen mit einer fortgeschrittenen oralen Läsionen unter Verabreichung von 500 mg, 750 mg Grüntee-Extrak oder einem Grüntee-Extrakt Placebo pro Quadratmeter Körperfläche keine Veränderungen festgestellt.

Gibt es Sicherheitsbedenken in Bezug auf Tee?

Tee als Lebensmittel wird weltweit mit „sicher“ eingestuft. Sicherheits-Studien haben sich vor allem mit der Dosierung auseinandergesetzt. Beobachtet wurde zum Beispiel die tägliche Einnahme von bis zu 1200mg EGCG durch gesunde Personen im mittleren Alter für einen Zeitraum von 1 bis 4 Wochen. Die negativen Auswirkungen dieser Studie ergaben Blähungen, Übelkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen. Eine 24 Wochen lang andauernde japanische Grüntee-Studie an Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren und einer Einnahme von 576 mg Catechine (Versuchsgrppe) oder 75 mg Catechin (Kontrolgruppe) ergab keine Nebenwirkungen.

Grüner Tee enthält auch Koffein. Wie bei anderen koffeinhaltigen Getränken wie zum Beispiel Kaffee und Cola kann auch grüner Tee möglicherweise zu Nebenwirkungen wie Tachykardie (ist ein anhaltend beschleunigter Puls auf über 100 Schläge pro Minute), Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Diurese (Harnausscheidung durch die Nieren) führen.

Allerdings gibt es sehr wenig Hinweise auf Gesundheitsrisiken für Erwachsene, die etwa 300 bis 400mg Koffein pro Tag zu sich nehmen. Eine mittelgroße Tasse (250ml) grüner Tee enthält je Sorte, bei richtiger Zubereitung und Ziehzeit zirka 24 bis 39 mg Koffein. Die Koffein-Menge im Tee variiert je nach Tee-Sorte. Der Koffeingehalt von Schwarztee beträgt etwa 64 bis 112 mg, gefolgt von Oolong-Tee mit etwa 29 bis 53 mg und Weißer Tee mit zirka 24 bis 39 mg pro 250 ml (Viertelliter).

Entkoffeinierten Tees enthalten normalerweise weniger als 12 mg Koffein auf dieselbe Menge. Für die Wirkung von Koffein im Zusammenhang mit Kindern existieren sehr wenige Untersuchungen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass es zu keinen Nebenwirkungen kommt, wenn Kinder weniger als 3 mg Koffein pro Körpergewicht / pro Tag zu sich nehmen. Höhere Dosierungen führten zu Nervosität oder Schlafstörungen.

Aluminium, ein neurotoxisches Element wurde in unterschiedlichen Mengen in diversen Tee-Sorten vorgefunden. Studien weisen auf eine Konzentrationen in grüner Tee und schwarzer Tee von 14 bis 27 Mikrogramm pro Liter (μg / l) bis zu 431 bis 2239 Mikrogramm pro Liter (μg / l) hin. Die Schwankungen des Aluminiumgehalts können aufgrund unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit, unterschiedlichen Erntezeiten und durch die Wasserqualität beeinflusst werden. Es ist bisher noch nicht klar ob überhaupt oder welche Mengen an Aluminium im Tee bioverfügbar sind. Es gibt auch keine Hinweise auf einen Zusammenhang einer Aluminium-Toxizität mit dem Konsum von Tee.

Schwarzer und grüner Tee können unter Umständen die Bioverfügbarkeit von Eisen aus der Nahrung hemmen. Diese Information kann wichtig für Personen sein die an einer Eisenmangel-Anämie leiden. Die Autoren einer systematisches Forschungsgruppe von insgesamt 35 Studien, über die Auswirkung von Tee auf den Eisengehalt stellten fest, dass das trinken von Tee die Aufnahme von nicht-Hämeisen (Eisen pflanzlichen Ursprungs) aus der Nahrung blockiert dies jedoch zu keiner Senkung der Werte im Blut führen.

Empfehlen Sie die Verwendung von grüner Tee ?

Wie bereits in unserem Artikel „ Grüner Tee – welche Wirkung erwartet mit “ bereist angemerkt, liefert Grüntee eine Menge Nähstoffe die das allgemeine Wohlbefinden steigern. Voll mit Catechine Polyphenole und Flavonoide wirkt der Tee stark antioxidant. Die Wirkstoffe können bei richtiger Anwendung die Entstehung von freier Radikale (spielen eine wichtige Rolle im Alterungsprozess und bei der Entstehung von Krankheiten) im Körper reduzieren, Zellen schützen und Moleküle stärken. Weitere Studien belegen, dass Koffein und L-Theanin synergistische Wirkungen aufweisen. Die Kombination der beiden Wirkstoffe ist besonders effektiv bei der Verbesserung der Gehirnfunktion.

Die gesundheitlichen Vorteile von grüner Tee sind seit Jahrhunderten bekannt. Die regelmäßige Einnahme bringt Vorteile. Im Bezug auf Krebsprävention beziehungsweise um Krebs vorzubeugen können wir keine klare Empfehlung aussprechen, da die Studienergebnisse gemischt ausfallen. Vor allem grüner Tee und auch alle dazugehörigen Grüntee-Sorten wirken sanft und langanhaltend. Da grüner Tee im Vergleich zu Kaffe weniger Koffein beinhaltet ist grüner Tee für Koffein empfindliche Menschen ein optimaler Wegbegleiter eines gesunden Lebensstils.

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