Symptome Essstörungen

Symptome und Nebenwirkungen – Artikelserie: „Essstörungen“ (4)

Teil 4: Symptome und Nebenwirkungen von Mangelernährung

 

 

Nachdem in den ersten Teilen sowohl das Krankheitsbild der Magersucht als auch der Bulimie geschildert wurde, gefolgt von den Ursachen dieser beiden Krankheiten, widmet sich dieser Teil den Symptomen und Nebenwirkungen. Ohne Frage hinterlässt eine Mangelernährung beim Körper Spuren, die nicht zu vernachlässigen sind. Nicht selten entstehen Langzeitschäden und manche Betroffene sterben sogar an den Folgen.

 

 

Symptome

In diesem Abschnitt geht es darum, die Symptome einmal richtig zu erkennen und zu deuten. Schon wenn auch nur der Verdacht einer Essstörung besteht, sollte das Umfeld der betroffenen Person eingreifen, was meist gar nicht so einfach ist. Wie erkennt man, dass eine Essstörung vorherrscht? Der größte und auffälligste Punkt wäre einmal die panische Angst vor dem Dicksein und die total falsche Selbstwahrnehmung der Betroffenen. Das sind wohl die beiden eindeutigsten Kennzeichen einer Essstörung, dennoch gibt es viele weitere Anzeichen. Zum Beispiel betreiben Betroffene eine genau Nahrungsmittelkontrolle, zählen zwanghaft Kalorien oder vermeiden Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte (abgesehen von bulimischen Anfällen, wo innerhalb von wenigen Minuten sehr viel Nahrung mit hoher Kaloriendichte verschlungen wird). Außerdem wiegen sich die Betroffenen auffällig häufig, meist mehrmals am Tag stellen sie sich zur Kontrolle auf die Personenwaage. Manche Betroffenen greifen auch häufig zu Abführmitteln oder Appetitzüglern.

 

Nebenwirkungen

Wie im Einleitungstext erwähnt, sind die Nebenwirkungen einer so stark verminderten Nahrungszufuhr nicht zu unterschätzen. Kaum ein Organ unseres Körpers kommt dabei nicht zu Schaden. Die Kälteempfindlichkeit steigt enorm, selbst bei „normalen“ Temperaturen kommt es zu starkem Kältegefühl der Betroffenen. Durch einen Selbstschutz des Körpers kann es somit zu einer sogenannten Langobarden-Behaarung kommen. Diese ist ein leichter, haariger Flaum am ganzen Körper. Gleichzeitig kann es zu Haarausfall am Kopf kommen, oftmals junge Frauen mit schönen Haaren können nach einer Essstörung nur mehr einen sehr geringen Haarschopf haben. Blutprobleme, wie etwa die Blutarmut, stehen ebenfalls auf der Liste der unangenehmsten Nebenwirkungen. Auch der Blutdruck sinkt,  die Gefahr auf Unterzuckerung steigt immer mehr und auch das Osteoporose-Risiko steigt durch die geringere Knochendichte, die eine Mangelernährung hervorruft. Trockene Haut, brüchige oder blaue Fingernägel und enorme Muskelschwäche wären weitere Nebenwirkungen, genau wie Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. In fast allen Fällen bleibt bei den Frauen die monatliche Periode komplett aus. Der Körper hat nicht mehr genug Energie, um alle wichtigen Organe und Muskeln zu versorgen. Was viele dabei allerdings vergessen: auch das Herz gehört dazu. 15-20% der Betroffenen sterben an dieser Krankheit, nicht selten aufgrund von Herzversagen oder Herzfehlern.

 

In dem nächsten Teil dieser Artikelreihe wird auf die Therapie bzw. Behandlung der Essstörungen genauer eingegangen.